Sehprobleme entwickeln sich häufig schleichend. Straßenschilder wirken etwas unschärfer, kleine Schrift lässt sich nur noch mit größerem Abstand lesen oder die Augen fühlen sich nach einem langen Arbeitstag müde an. Solche Veränderungen bedeuten nicht automatisch, dass eine Augenerkrankung vorliegt. Sie können jedoch darauf hindeuten, dass sich die Sehstärke verändert hat.
Zu den häufigsten Sehproblemen gehören Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und Alterssichtigkeit. Viele dieser Sehfehler lassen sich mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigieren. Welche Lösung geeignet ist, hängt unter anderem von der Art des Sehfehlers, der benötigten Korrektur und den persönlichen Anforderungen im Alltag ab.
Welche Sehprobleme treten besonders häufig auf?
Nicht jedes Sehproblem macht sich auf dieselbe Weise bemerkbar. Manche Menschen sehen in der Ferne unscharf, während andere vor allem beim Lesen Schwierigkeiten haben. Bei einer Hornhautverkrümmung können dagegen sowohl nahe als auch entfernte Objekte unscharf oder verzerrt erscheinen.
Auch das Alter spielt eine Rolle. Mit zunehmendem Alter verändert sich die Fähigkeit des Auges, auf kurze Entfernungen scharfzustellen. Dadurch kann zusätzlich eine Alterssichtigkeit entstehen.
Wer regelmäßig Probleme beim Sehen bemerkt, sollte deshalb nicht nur darauf achten, ob Gegenstände unscharf erscheinen. Auch Kopfschmerzen, müde Augen oder häufiges Zusammenkneifen können Hinweise auf eine veränderte Sehstärke sein.
Kurzsichtigkeit: Unscharfes Sehen in der Ferne
Bei Kurzsichtigkeit, medizinisch Myopie genannt, können nahe Gegenstände meist gut erkannt werden. Weiter entfernte Objekte erscheinen dagegen unscharf.
Typische Hinweise können sein:
- Straßenschilder lassen sich erst spät erkennen.
- Gesichter in größerer Entfernung wirken unscharf.
- Beim Fernsehen fällt das Erkennen kleiner Details schwer.
- Beim Autofahren ist die Sicht in der Ferne eingeschränkt.
- In der Dämmerung fällt das scharfe Sehen schwerer.
Kurzsichtigkeit kann in vielen Fällen mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigiert werden. Welche Variante im Alltag besser geeignet ist, hängt von der individuellen Sehstärke und den persönlichen Anforderungen ab.
Eine Brille lässt sich unkompliziert verwenden und schnell auf- oder absetzen. Kontaktlinsen bieten dagegen ein freies Sichtfeld und können beispielsweise beim Sport praktisch sein. Beide Möglichkeiten schließen einander nicht aus.
Weitsichtigkeit: Probleme beim Sehen in der Nähe
Bei Weitsichtigkeit, auch Hyperopie genannt, kann besonders das Sehen im Nahbereich anstrengend sein. Lesen, längere Bildschirmarbeit oder andere Tätigkeiten in kurzer Entfernung können deshalb Beschwerden verursachen.
Mögliche Anzeichen sind Kopfschmerzen, müde Augen oder Schwierigkeiten bei längerer Naharbeit. Auch Konzentrationsprobleme können auftreten, wenn die Augen über einen längeren Zeitraum stark arbeiten müssen.
Gerade jüngere Menschen bemerken eine leichte Weitsichtigkeit nicht immer sofort. Das Auge kann einen Teil des Sehfehlers durch verstärkte Akkommodation ausgleichen. Mit zunehmendem Alter lässt diese Fähigkeit jedoch nach. Dadurch können Beschwerden deutlicher werden.
Auch Weitsichtigkeit lässt sich in vielen Fällen mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigieren. Welche Korrektur erforderlich ist, sollte anhand einer aktuellen Bestimmung der Sehstärke festgestellt werden.
Hornhautverkrümmung: Unscharfes oder verzerrtes Sehen
Eine Hornhautverkrümmung wird auch Astigmatismus genannt. Dabei wird das einfallende Licht aufgrund der Form von Hornhaut oder Linse nicht in allen Ebenen gleich gebündelt. Dadurch können Bilder unscharf oder verzerrt erscheinen.
Anders als bei reiner Kurz- oder Weitsichtigkeit kann die Unschärfe sowohl in der Nähe als auch in der Ferne auftreten. Manche Betroffene nehmen Konturen weniger klar wahr oder bemerken Doppelkonturen bei Buchstaben und Lichtquellen.
Auch Kopfschmerzen oder schnell ermüdende Augen können auftreten. Eine Hornhautverkrümmung kommt außerdem häufig gemeinsam mit Kurz- oder Weitsichtigkeit vor.
Zur Korrektur können entsprechend angepasste Brillengläser oder Kontaktlinsen eingesetzt werden. Wichtig ist dabei eine genaue Bestimmung der benötigten Werte.
Alterssichtigkeit: Wenn das Lesen schwieriger wird
Alterssichtigkeit, medizinisch Presbyopie, ist eine natürliche altersbedingte Veränderung des Auges. Mit zunehmendem Alter verliert die Augenlinse an Elastizität. Dadurch fällt es schwerer, auf kurze Entfernungen scharfzustellen.
Viele Menschen bemerken die Veränderung daran, dass kleine Schrift schwerer lesbar wird. Häufig wird das Smartphone oder ein Buch weiter vom Gesicht entfernt gehalten, um Texte wieder scharf zu sehen.
Je nach Sehbedarf kommen verschiedene Lösungen infrage. Dazu gehören beispielsweise:
- Lesebrille
- Gleitsichtbrille
- multifokale Kontaktlinsen
Welche Variante sinnvoll ist, hängt vom Alltag und von den bereits vorhandenen Sehfehlern ab. Wer zusätzlich kurz- oder weitsichtig ist, benötigt möglicherweise eine andere Lösung als jemand, der ausschließlich Probleme im Nahbereich hat.
Typische Anzeichen für Sehprobleme
Sehprobleme äußern sich nicht immer durch deutlich verschwommenes Sehen. Häufig treten zunächst unspezifische Beschwerden auf. Deshalb lohnt es sich, auch Veränderungen im Alltag zu beobachten.
Mögliche Warnsignale sind:
- verschwommenes Sehen in der Nähe oder Ferne
- häufiges Zusammenkneifen der Augen
- Kopfschmerzen nach dem Lesen
- Beschwerden nach längerer Bildschirmarbeit
- müde oder brennende Augen
- Schwierigkeiten beim Lesen kleiner Schrift
- unsicheres Sehen beim Autofahren
- Probleme beim Wechsel zwischen verschiedenen Entfernungen
- das Gefühl, dass die bisherige Brille nicht mehr richtig passt
Ein einzelnes Symptom bedeutet nicht automatisch, dass sich die Sehstärke verändert hat. Treten Beschwerden jedoch regelmäßig auf, kann eine Überprüfung sinnvoll sein.
Wann sollte ein Sehtest durchgeführt werden?
Ein Sehtest beziehungsweise eine Brillenglasbestimmung kann sinnvoll sein, wenn sich das Sehen langsam verändert oder wiederkehrende Beschwerden auftreten. Dabei wird geprüft, ob sich die Sehstärke verändert hat und welche Korrektionswerte benötigt werden.
In Österreich dürfen entsprechend befugte Augenoptiker Korrektionsbrillen anpassen und abgeben. Dazu gehört auch die Brillenglasbestimmung. Augenoptik ist ein reglementiertes Gewerbe.
Ein Sehtest beim Optiker ersetzt allerdings keine augenärztliche Untersuchung. Bei bestimmten Beschwerden sollte daher nicht nur die Sehstärke überprüft werden.
Das gilt insbesondere bei plötzlich starken Sehverschlechterungen, Schmerzen, Lichtblitzen, Schatten im Gesichtsfeld, Doppelbildern oder anderen ungewöhnlichen Veränderungen. In solchen Fällen sollte rasch eine Augenärztin oder ein Augenarzt aufgesucht werden.
Sehtest oder Augenarzt: Was ist der Unterschied?
Bei langsam veränderten Sehwerten kann ein Sehtest beim Optiker ein sinnvoller erster Schritt sein. Dabei lässt sich feststellen, ob eine andere Korrektionsstärke erforderlich ist.
Eine augenärztliche Untersuchung geht darüber hinaus. Sie ist insbesondere dann wichtig, wenn Beschwerden auf eine mögliche Augenerkrankung hindeuten oder sich das Sehvermögen plötzlich deutlich verändert.
Deshalb sollte nicht jede Sehverschlechterung automatisch mit einer neuen Brille beantwortet werden. Bei ungewöhnlichen oder plötzlich auftretenden Beschwerden ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.
Gerade bei regelmäßigen Veränderungen kann die Kombination aus Sehtest und gegebenenfalls augenärztlicher Kontrolle helfen, die Ursache besser einzuordnen.
Brille oder Kontaktlinsen bei Sehproblemen?
Viele Sehprobleme lassen sich sowohl mit einer Brille als auch mit Kontaktlinsen korrigieren. Welche Lösung besser zum Alltag passt, hängt von mehreren Faktoren ab.
Eine Brille ist einfach in der Anwendung und benötigt vergleichsweise wenig Pflege. Sie kann schnell auf- und abgesetzt werden und lässt sich außerdem als Teil des persönlichen Stils nutzen.
Kontaktlinsen bieten dagegen ein freies Sichtfeld. Dadurch können sie insbesondere beim Sport oder bei bestimmten Freizeitaktivitäten praktisch sein. Da sie direkt auf dem Auge getragen werden, müssen sie jedoch professionell angepasst und sorgfältig gepflegt werden.
Brille und Kontaktlinsen müssen nicht als Gegensätze betrachtet werden. Viele Menschen verwenden im Alltag eine Brille und nutzen für Sport oder bestimmte Anlässe zusätzlich Kontaktlinsen.
Welche Korrektur passt zu welchem Sehproblem?
Die passende Korrektur hängt zunächst von der Art des Sehfehlers ab. Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung benötigen unterschiedliche Korrektionswerte. Bei Alterssichtigkeit kommt zusätzlich die Schwierigkeit beim Nahsehen hinzu.
Daneben spielen die persönlichen Anforderungen eine Rolle. Wer viel am Computer arbeitet, kann andere Sehbedürfnisse haben als jemand, der häufig Auto fährt oder Sport treibt.
Deshalb sollte nicht nur die reine Sehstärke berücksichtigt werden. Auch Alltag, Arbeitsumgebung und bevorzugte Nutzung von Brille oder Kontaktlinsen können für die Auswahl relevant sein.
Eine aktuelle Brillenglasbestimmung beziehungsweise Kontaktlinsenanpassung schafft die Grundlage dafür, eine geeignete Lösung auszuwählen.
Sehprobleme können sich im Laufe des Lebens verändern
Die Sehstärke bleibt nicht zwangsläufig über viele Jahre unverändert. Veränderungen können sich langsam entwickeln und zunächst kaum auffallen.
Deshalb kann es sinnvoll sein, die Sehwerte regelmäßig überprüfen zu lassen. Besonders dann, wenn die vorhandene Brille nicht mehr angenehm erscheint oder bestimmte Alltagssituationen schwieriger werden, sollte eine Kontrolle in Betracht gezogen werden.
Mit zunehmendem Alter kann außerdem die Alterssichtigkeit hinzukommen. Dadurch verändern sich die Anforderungen an die Sehhilfe. Wer früher ausschließlich eine Fernbrille benötigt hat, kann später zusätzlich eine Unterstützung für den Nahbereich brauchen.
Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, solche Veränderungen zu erkennen und die vorhandene Versorgung bei Bedarf anzupassen.
Sehprobleme bei Kindern früh abklären
Bei Kindern ist eine frühzeitige Kontrolle besonders wichtig, da sich das Sehvermögen noch entwickelt. Sehprobleme sollten daher nicht über einen längeren Zeitraum unbeachtet bleiben.
Eltern sollten aufmerksam werden, wenn ein Kind wiederholt Schwierigkeiten beim Sehen zeigt oder andere Auffälligkeiten auftreten. Bei Verdacht auf ein Sehproblem sollte die Situation fachlich abgeklärt werden.
Welche Untersuchung und welche Korrektur im konkreten Fall erforderlich sind, hängt vom jeweiligen Kind und der Art des Sehproblems ab. Eine frühzeitige Abklärung schafft dabei eine bessere Grundlage für die weitere Versorgung.
Veränderungen der Sehstärke ernst nehmen
Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und Alterssichtigkeit gehören zu den häufigsten Sehproblemen. Sie können sich unterschiedlich äußern und müssen nicht immer sofort deutlich auffallen.
Wer regelmäßig unscharf sieht, Kopfschmerzen nach Naharbeit bekommt oder das Gefühl hat, dass die bisherige Brille nicht mehr richtig passt, sollte die Sehstärke überprüfen lassen. Häufig lässt sich eine veränderte Korrektur mit einer passenden Brille oder Kontaktlinsen ausgleichen.
Bei plötzlich auftretenden oder ungewöhnlichen Beschwerden sollte dagegen eine augenärztliche Untersuchung erfolgen. Dazu zählen insbesondere starke Sehverschlechterungen, Schmerzen, Lichtblitze, Schatten im Gesichtsfeld oder Doppelbilder.
Wenn Sie einen passenden Anbieter suchen, hilft Ihnen außerdem unser österreichischer Optiker-Filialisten-Test. Dort vergleichen wir wichtige Optiker hinsichtlich Beratung, Preis-Leistungs-Verhältnis, Service und Transparenz.



